Nordverleger in den Flächentarif gezwungen

Tarifeinigung auch für den Norden!

Aus einem langjährigen Kampf  scheint endlich ein Erfolg zu werden  - durch Streiks

Am 29. Juni wurde ein Tarifabschluss für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen erzielt: 3,1 % mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zugleich verzichtete der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger BDZV auf regionale Sonderregelungen – und: er verhandelte erstmals wieder mit einem Mandat der Zeitungsverleger in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das war aber bis zum Beginn der Verhandlungen an diesem letzten Verhandlungstag noch nicht bekannt. Aber die Redaktionen im Norden waren mobilisiert, waren im Streik und können dies als ihren politischen Erfolg verbuchen. Die Nordverleger sahen sich gezwungen,  in den bundesweiten Verbund des Tarifvertrages zurückzukehren.

Zur Vorgeschichte: In der letzten Tarifrunde waren die Nordverleger mit großem Krach aus dem bundesweiten Verbund ausgeschert und wollten, über die schon im bundesweiten Tarifvertrag geregelten Sonderkonditionen für die Nord-Verlage hinaus, Verschlechterungen durchsetzen. Das handelte ihnen eine heftige Streikwelle ein, vor der sie letztlich kapitulierten, indem sie am Ende doch das bundesweite Ergebnis übernehmen mussten. Mit kleinteiligen Nadelstichen (unter anderem Anfechtung eines Streiks in Rostock) wollte man sich dann auch dieses Mal wieder profilieren. Das ging schief.

Heute, am 29. Juni, fingen die Rostocker Kolleginnen und Kollegen der Ostsee-Zeitung schon früh an, sie fuhren morgens nach Berlin zu den Tarifverhandlungen, im Rahmen eines ganztägigen Streiks. In der Betriebsversammlung der Kieler Nachrichten am selben Tag riefen die Gewerkschaften ver.di und DJV zum Streik ab 12 Uhr auf, der dann auch folgte. Um 14 Uhr legten die Kolleginnen und Kollegen der Lübecker Nachrichten die Arbeit nieder. Das Hauptthema beispielsweise in der Kieler Streikversammlung war: Können wir die Nord-Verleger wieder in den bundesweiten Tarif zwingen?

Das, wenigstens, ist in Ansätzen geschafft. Es ist ein guter Tag für den Flächentarif, denn er wurde im Norden von den Betroffenen selber wieder hergestellt. Natürlich muss jetzt der Nord-Verlegerverband beraten und beschließen. Aber es ist kaum anzunehmen, dass er sich eine dritte Blamage einfahren wird.

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