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Verleger zögern - ver.di setzt Frist

Verleger zögern - ver.di setzt Frist

Am 26. Juli 2016 fand die erste Tarifverhandlungsrunde für die Beschäftigten in den Verlags- und drucktechnischen Bereiche der Zeitungsverlage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern statt. Gleich zu Anfang bot die ver.di-Verhandlungskommission die Übernahme des Tarifabschlusses für die Druckindustrie (insgesamt 3,8 % bei einer Laufzeit von 29 Monaten) an. Allerdings betonte die ver.di-Verhandlungskommission, dies sei eine absolute Untergrenze, Abweichungen zu Lasten der Beschäftigten würden von ver.di nicht akzeptiert.

Die Verhandlungskommission des VZN (Verband der Zeitungsverlage Norddeutschlands) zeigte sich überrascht über dieses direkte Vorgehen von Seiten der Gewerkschaft. Für längere Zeit zog sie sich zu internen Beratungen zurück. Schließlich unterbreitete sie ein Angebot, das nun doch unterhalb des Druckabschlusses lag. Dies wies die ver.di-Verhandlungskommission entschieden zurück.

Auch Hinweise seitens des VZN, es sei vielleicht erst der endgültige Abschluss für die Zeitungredaktionen abzuwarten, riefen scharfe Reaktionen seitens der ver.di-Verhandlungskommissionen hervor. Bereits bei der letzten Tarifrunde sei der VZN damit gescheitert, einen Abschluss für den Verlags- und Druckbereich von den Tarifverhandlungen für die Redaktionen abhängig zu machen. Sollte der VZN dies wiederholen, hätte er mit Aktionen in den Betrieben zu rechnen.

Die Verhandlung wurde ohne Verabredung eines weiteren Verhandlungstermins abgebrochen. Dem VZN setzte ver.di zum Schluss der Verhandlung eine Frist von zwei Wochen: In diesem Zeitraum gälte das Angebot einer Übernahme des Druckabschlusses noch. Für den Fall, dass der VZN dieses Angebot nicht annehme, kündigte ver.di Aktionen in den Betrieben an.