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„Operation am offenen Herzen“ im Hamburger Abendblatt

Funke Mediengruppe

„Operation am offenen Herzen“ im Hamburger Abendblatt

Als „Operation am offenen Herzen“ hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die am 21. Oktober bekannt gewordene Pläne der Funke Mediengruppe kritisiert, den Vermarktungsbereich des Hamburger Abendblatts zu schließen. Laut Funke soll der Bereich an ein neues Unternehmen der Mediengruppe in Hamburg übertragen werden. Dabei soll nur ein Teil der Beschäftigten übernommen werden. ver.di kritisiert den Schritt als unsozial und nicht notwendig.

„Mit diesem Manöver greift die Funke Gruppe zum ersten Mal in das Hamburger Stammgeschäft des Abendblatts ein“, sagt Martin Dieckmann, Leiter des Fachbereichs Medien bei ver.di Hamburg und Nord. „Ein derartiger Umbau wäre nicht nur unsozial für die Beschäftigten sondern auch ein extrem riskantes Projekt für den Verlag. Immerhin handelt es sich bei dem Vermarktungsbereich um die Hälfte der Erlöse im Verlagsgeschäft.“

ver.di geht davon aus, dass Funke durch die neuangekündigte Struktur die Verluste im Anzeigengeschäft durch zusätzliche Aufträge von anderen Verlagen auffangen will.

„Für eine Konsolidierung muss man nicht gleich einen ganzen Betriebsteil schließen und einen Teil der Belegschaft vor die Tür setzen. Das ist mit nichts zu rechtfertigen“, so Dieckmann. „Scheinbar wird bei dem ganzen Vorhaben auch noch versucht, gezielt die Schutzbestimmungen der Beschäftigten zu umgehen. Wir werden uns insgesamt auf harte Verhandlungen einstellen.“

Für Rückfragen:
Martin Dieckmann, ver.di Hamburg & Nord, 0160 3670129